Archiv für November, 2008
For the first and last time: 1st
Im Mutterschutz ist man ja ein leichtes Opfer – und kauft sich zum Zeitvertreib mal eine Kombipackung aus „Woman“ und „First“. First ist ja schon eine Weile am Markt, aber ich hatte noch nie eine Ausgabe in der Hand – naja, verpasst hab ich nix. Hier die Zusammenfassung der November-Ausgabe für alle, die sich € 4,- sparen wollen:
- Aufmachung hochwertigst, am Cover: Daniel Craig und Schriften nur in schwarz und silber, Gewicht: 70 dag!!, 180 Seiten (davon 40 Seiten Werbung- von Aston Martin und Bulgari abwärts - die auch gleich als solche zu erkennen ist nebst etlichen Beiträgen, die nach Werbung riechen)
- Aufmacher-Story: Der beste Bond – Daniel Craig im Talk. Ich hab´s nicht gelesen. ALLE schreiben derzeit über den neuen Bond-Film (bzw. haben das eigentlich schon längst getan!!!). Ein Krativitätsplus gibt´s dafür nicht.
- Offiziell ist das Magazin nach Themen unterteilt, was aber von den Inhalten her beliebig austauschbar ist (Wo endet „Looks“ und wo beginnt „Trends“?).
- Öde: ich brauch kein 70 dag-Magazin um in der Rubrik „zeitlos klassisch“ ein weinrotes Lacoste-Polo zu finden. Da gähnt sogar die 70+ Generation.
- Und auch die Stories über Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, über in Würde alternde Hollywood-Diven oder das Making-of vom neuen Pirelli-Kalender motivieren mich nicht zum Innehalten.
- Auf S. 82 dann der erste Beitrag, den ich auch tatsächlich lese. Helmut A. Gansterer gibt anlässlich der Neuerscheinung seines Buches „Der neue Mann von Welt“ ein Interview. Titel: „Viele Männer sind Weicheier“. Unkommentiert ein Zitat daraus: „Ich habe eine Theorie, warum Oberösterreich zu unserem Wirtschaftswunderland werden musste: Die Menschen sagen dort hundertmal am Tag: „Passt!“. Woanders hingegegen sagen sie: „Mag sein, nur ich glaube es nicht!“ – Von der Weinerlichkeit der Wiener ganz zu schweigen.“
- Dazwischen viele bunte Bilder zu Trends wie Männerhandtaschen (Mag sein, nur ich glaube es nicht!) oder dem Revival der 70er, die teuersten Halstücher und schönsten Halsketten, die besten Kombis aus Handtaschen, Schuhen und Nagellack und jede Menge Pflegemittel und Kosmetikas.
Alles nice to look at, aber wenn´s auf 180 Seiten nur einen Beitrag gibt, den ich lesen möchte, dann bin ich eventuell doch nicht die richtige Zielgruppe. Passt!
Noch ein Frühstücks-Tipp: Katalanische Tortilla
Brunchen ist mein neuer Lieblingssport – ich bin jetzt 1,5 Wochen bzw. den 8. Werktag in Mutterschutz und morgen gibt´s bereits den 5. Brunch. Diesmal wieder bei mir und morgen gibt´s nicht den Speck-Zucchini-Kuchen sondern eine Katalanische Tortilla -easy to make und mal was anderes am Frühstückstisch. Tipp: evtl. mit Hilfe eines Tellers wenden, damit nix mehr flüssig ist.
Gut für´s Frühstück und schnell gemacht: Speck-Zucchini-Kuchen
Zutaten:
2 kleine Zucchini
2 Blätterteigplatten
1 Dotter zum Bestreichen
ca. 150 g Dolce Latte in Würfeln
100 g Schwarzwälderschinken oder geräuchter Schinkenspeck
Pfeffer aus der Mühle
1 Ei
2 EL Creme fraiche
1-2 EL frische Rosmarinnadeln
Zubereitung:
Backrohr auf 200 °C vorheizen. Zucchini waschen, vierteln, der Länge nach in Streifen scheniden und 2-3 Minuten (eventuell mit Knoblauchzehen) in ein wenig Olivenöl anbraten. Die beiden Blätterteigplatten übereinander legen (gleich am Blech), auswalzen und von jeder Kante einen Teigstreifen abschneiden.
Ränder mit verquirltem Dotter bestreichen und mit den Teigstreifen belegen. Nochmals die Ränder mit Dotter bestreichen. Dolce Latte in kleine Würfel schneiden und auf den Teigboden streuen, die Zucchinstreifen und den Speck abwechselnd in Reihen darauf legen.
Restlichen Dotter mit Ei und Creme fraiche glatt rühren und so über der Teigfläche verteilen, dass nichts überläuft. Wenn es zuviel Flüssigkeit ist, den restlichen Teil nach 10 Minuten Backzeit über dem Kuchen verteilen, die Blätterteigränder haben sich dann schon so erhoben, dass nichts mehr ausrinnt.
Mit Rosmarinnadeln bestreuen und im Rohr etwa 25 min. backen, kurz überkühlen lassen und in Portionen teilen.
Gutes Gelingen!!!
Geh bitte!!!
Jetzt sind also die Regierungsverhandlungen ausgesetzt. Erinnert das nicht frappant an die Schüssel´sche Taktik? Lange verhandeln, so tun als wäre man wirklich, ganz ehrlich, Hand auf´s Herz bemüht, eine Regierung zustande zu bringen und dann gegen Ende Forderungen stellen, den Koalitionspartner in die Enge treiben, versuchen, dass der schwarze Peter beim anderen hängen bleibt und dann leider, leider mit jemand anderem koalieren müssen und selber Kanzler werden. Beim zweiten Partner fragt man dann nach Dingen wie gemeinsamer EU-Linie etc. die vorher ach so wichtig waren gar nicht mehr. An Wahlversprechen („Mit denen niemals…“) erinnert sich dann auch keiner mehr, man hat ja Verantwortung und bevor´s keine Regierung gibt, muss man halt im Interesse der Nation mit dem rechten Lager paktieren.
Und ich hatte gehofft, dass mit Schüssel auch sein Stil der Vergangenheit angehört…
Krautstrudel vegetarisch
Dafür, dass ich jetzt jeden Tag koche, hab ich schon lange kein Rezept mehr reingestellt. Für die Gäste heute Abend gibt´s eine Rindsuppe á la Plachutta und einen vegetarischen Krautstrudel, und der geht so: 1 mittelgroßes Krauthäupl vierteln, den Strunk entfernen und fein nudelig schneiden. 2 Zwiebel ebenfalls klein schneiden. In Olivenöl erst Zwiebel hellbraun anrösten, dann das Kraut dazu geben und bei mittlerer Hitze mitbraten. Mit gemahlenem Koriander und gemahlenem Kreuzkümmel (=Cumin) sowie 2 TL Paprika würzen, salzen und ein bissl Zucker (od. Agavendicksaft) dazu. 2 Pkg. Räuchertofu (á 100 g) würfelig schneiden und in Olivenöl anbraten (für die nicht vegetarische Variante: Speck). Tofu unters Kraut mengen und auskühlen lassen.
Strudelteig mit zerlassener Margarine beträufeln, mit Fülle belegen, einrollen, auf´s Blech legen, mit zerlassener Margarine bestreichen und bei 175 Grad ca. 45 Min. backen. Nach etwa 20 Min. nocheinmal mit Margarine bestreichen.
Dazu schmeckt eine Joghurt-Kräuter-Sauce.
Die Christkindlmärkte sperren auf!
Liebe Leute, grad sind wir zu Allerheiligen noch im Bikini an den Gräbern gestanden (Zitat Kameramann Schlemmerreisen), schon sperren in Wien die Christkindlmärkte auf. Eine Übersicht findet ihr hier (danke, Radio Wien). Meine Mission des heurigen Jahres: die Suche nach dem besten Kinderpunsch in town! Wer Zeit und Lust hat, den einen oder anderen Markt zu besuchen – bitte bei mir melden!
To blog or not to blog
Nachdem ich in letzter Zeit kaum gebloggt habe, habe ich schon daran gedacht, den Blog einzustellen bzw. update on maria durch update on emma zu ersetzen. Getreue Fans (Danke, Marion und danke, Ulli!) haben mich überzeugt, dass das schade wäre und hoffentlich gibt´s auch in Zukunft neben unserem Kind Themen, die mich bewegen. Emma kann ich ja eine Unter-Rubrik widmen…
Freiraum
Ich komm grad vom Brunch mit Katja. Angetestet wurde ein neues Lokal namens Freiraum, Mariahilferstraße 117. Der Standard hatte in seiner Kritik viel auszusetzen aber völlig korrekt gemeint, dass es sich um Wien´s aufwändigste Frühstücksadresse handelt. Ich hab versucht zu zählen, auf wieviele Arten man Eier essen oder Kaffee trinken kann – soviel Angebot hat die Stadt zum Thema Frühstück noch nicht gesehen! Neben den Klassikern gibts z.B. auch Blinis mit Sauerrahm, Pancakes mit Ahornsirup oder einen Muschel-Bohnen-Eintopf!
Das Lokal ist riesig und bietet von einem modernen Bereich, mit großen Fenstern zur Mariahilferstraße, erhöhten Tischen und Bänken mit Kunstlederbezug über eine Bar oder Couchtische mit Leder-Fauteuils bis zu schummrigen Bereichen und einem sehr hellen, freundlichen, ruhigen und riesengroßen Nichtraucherbereich alles, was der Frühstücksgast begehren könnte (und das schon ab 8 Uhr!).
Das Klo ist eine gewisse Herausforderung – ein Gast hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass man sich an den rosa und blauen Lampen über der Tür orientieren könnte um Peinlichkeiten zu vermeiden. Statt ordinären Waschbecken gibt´s ein kreisrundes, von allen Seiten zugängliches Becken mit Mosaikfliesen und mittig darüber einen überdimensioalen, flachen Duschkopf. Nur Wasser kam keines – kein Sensor, kein Fußpedal, klopfen an dem Ding half auch nix, aber irgendwann hab ich ihn gefunden, den kleinen, kleinen Knopf am Beckenrand.
Ich weiß nicht, ob ich dort mittag- oder abendessen möchte, aber für Frühstück/Brunch ist´s definitiv ein Tipp!!
Housewife but not desperate
Ha, mein erster Tag in Mutterschutz!! Was man alles erledigen kann, wenn man nicht ins Büro gehen muss:
- Einkaufen bei Müller: Farbe für Kinderzimmerbild, Kuchenteller etc.
- Wolle einkaufen – wär ja nett, was für den Nachwuchs zu stricken (ein Klassiker für werdende Mütter, nur leider etwas aus der Mode gekommen)
- Weiter zum ausgiebigen Brunch mit schwangerer Kollegin (Wieviel können 2 schwangere Frauen in 2 Stunden essen?!)
- und dann zur Blutabnahme (schon das 3. Mal in dieser Schwangerschaft).
- Beim Hofer dann die Erkenntnis: ich bin hormongetrieben und kaufe alles, was nicht niet- und nagelfest ist! Gott sei Dank darf ich nicht viel tragen…
- Aber ein Einkauf geht noch: am Heimweg nehme ich aus der Apotheke neue Creme gegen Dehnungsstreifen mit (hoffentlich hilft´s!).
- Dann schnell 2-3 Einträge im Blog (jetzt, wo´s wieder mehr gibt als arbeiten und abends erschöpft auf der Couch einschlafen, ergeben sich auch gleich mehr Themen…)
- bevor´s weiter geht zur nächsten Freundin um dort Baby-Sachen abzuholen.
- Und dann bin ich hoffentlich rechtzeitig daheim um Lebensmittel einzukaufen und für den schwer arbeitenden Liebsten was zu kochen.
- Davor noch schnell eine Ladung Wäsche einschalten und
- danach dem Liebsten vorm Fernseher den Rücken massieren.
So ganz anders als ein Bürotag, aber das Ergebnis ist das gleiche – schon beim Hauptabendfilm schlafe ich erschöpft – aber glücklich – auf der Couch ein!!
